Burg Con 19 Nachbericht
von Raoul Langner
Wieder ist ein Burg Con vorbei und dies ist nicht der erste Nachbericht den ich verfasse. Zwei Besonderheiten möchte ich zu Beginn erwähnen: Die 19 macht einem zu schaffen, wenn man bereits den Ersten mitorganisiert und an die W20 denkt. Ferner, dass ich bei dieser Veranstaltung wirklich nichts machen musste, eine wahre Besonderheit, daher gleich hier mein Dank an das ganze Team, namentlich fallen mir ein: Fabian, Rainer, Knut, Christoph, Matthias und Maria.
Die Schlagzeile: "Alles wird diesmal anders", machte ja skeptisch. Der besonne Rollenspieler dachte sicherlich: "Na ja.... mal sehen". Doch die Werbung hat nicht zu viel versprochen, dieser BC war wirklich völlig anders, was ich wirklich - Internet ist ja immer so eine Sache - völlig postiv meine.
Da am Donnerstag zuvor Mitgliedersammlung war, konnte ich gleich ein paar Interna aufschnappen und meine Mithilfe für den Freitag stornieren, da genügend Helfer da waren und meine Abenteuer einen schönen, glatten Schliff benötigten. Mit etwas Reststrahlung erreichte ich am Sonnabend gegen 13.00 die Convention. Der Eingang war verlegt, was ein Mist. Erstmal ums ganze Haus, doch dann wurde ich freundlich begrüßt. Ich erhielt eine blaue Mappe mit Unterlagen. Programmheft und einer wunderschönen Eintrittskarte.
Ordnungsgemäß las ich das How To für Spielleiter und befolgte unverzüglich die dritte Zeile: "Melde Dich bei der Spielrundenorga". Doch, die letzte Jahre lassen grüßen, die war nicht da. Kein Problem, ich hatte genug Zeit für den zweiten Block und erkundete das Haus. Auf dem Hof war ein schönes Zelt aufgebaut, richtig klasse. Doch Efferd meinte es nicht gut, der Sonnabend war furchtbar verregnet, so dass nur die Raucher ins Zelt fanden (die waren natürlich happy). Der erste Block hatte viel an Runden zu bieten, des Weiteren hatte man sich viel Mühe für Extras gegeben. Table Top sagt mir nicht viel, doch was ich sah war klasse. Einen alten Freund konnte ich dann auch bergüßen, sehr schön.
Die erste Lesung des Tages knickte ich, ich war einfach noch nicht in Form und musste mich mental auf die Wirren Aventuriens und die Regeln von 4.1 einstellen (was echt schwerfällt, wenn man regelmäßig DSA3 spielt - jetzt spielte, denn endlich ist Borbarad geschlagen!). Die lange Pause zwischen den ersten Blöcken war optimal und sollte unbedingt beibehalten werden. Alles lief entspannter und jeder hatte genügend Zeit für was auch immer.
D&D-Secie-Marcel lies die Grillzange (improvisierte GZ, -3 und erhöhten Bruchfaktor) fliegen und versorgte alles mit Würsten was mit Berechtigungsscheinen in das Zelt kam. Eben jene Scheine waren ein echter Hingucker, wie auch alle anderen Papierspielereien, hier merkte man, dass Werbung nicht immer lügt. Mit B-Wurst, Chili, Kartoffelsalat und 1,5l-Cola0 auf Kampfgewicht gebracht suchte ich verzweifelt den "Makropolis-Raum". Nach einer ganzen Weile stellte ich fest, dass man mir den Disko-Nebenraum gegeben hatte. Kein schlechter Raum, mein Vornutzer hatte die Druchgangstür einfach mit zwei Regalen verstellt, klasse Einfall. Die angekündigte Einführungsrunde wurde dank der Profi-Spieler (die sicher alle das Abenteuer kannten) zu einem Highlight. Obwohl ich nicht gerade in Höchstform war, wurde dem Seeoger nach allen Regeln der Kunst der Gar ausgemacht, der kommt gewiss nicht wieder. Jetzt verbanne ich es endgültig in die Mottenkiste, denn wenn man das Ding mit erfahrenen Spielern spielt, hat es nicht wirklich viel zu bieten.
Obwohl es schön groß und übersichtlich gedruckt war, ging der zweite Block bis 22:30. Doch was nicht 18 BCs mit einem machen, die 10 war so groß in meinem Hirn gespeichert, dass mir erst nach einer Weile auffiel, dass dann ja wohl 30 min Zeit fehlen und ich richtig Gas geben muss. Ich glaube die neue Zeit hätte man mir auf die Stirn schreiben können, ich hätte es nicht gecheckt. Da musste sich Ruben ein wenig beeilen und die Stadtgardisten machten den Seeoger alle und retteten die 1000 Dukaten.
Als Besonderheit war der Nachtblock wieder eingeführt. Zwar wurde er nicht von vielen genutzt (nach meiner Info 4 Runden), war aber klasse, weil man so nicht aus dem Haus musste und noch ordentlich mit Leuten quatschen konnte. Zu lange wollte ich aber nicht bleiben, denn der nächste Block begann um 11.00 und der Wedding ist wide...
Frisch erholt traf ich gegen 10.00 am Sonntag ein und meldete mich bei der Spielrundenorga. Die Nachteile des Nachtblock machten sich jetzt bemerkbar, einige waren fertig. Mein Organismus hatte sich aber an den Wetterumschwung angepasst und so bewarb ich meine Runde nüchtern aber zielführend: "Wer will noch in der geilsten DSA-Runde der Welt mitspielen?" Nach dieser vorsichtigen, leicht euphemistischen Beschreibung hatte ich meine vier Spieler beisammen (nochmal Danke Igal, von wegen Du spielst kein DSA mehr!). Selber Raum (klasse, das mögen wir Leiter) und zwei Gesichter kamen mir vom Vortag doch bekannt vor, das nahm ich doch einfach mal als Lob an und rechnete es nicht der Tatsache zu, dass auf unserem Mainstream-Con es nur zwei DSA-Leiter ab. Und wer will schon bei Reetz mit W20 spielen, das geht ja nun nicht. Die Runde lief geschmeidig und machte Spaß. Wenn auch, meine Spieler den Ober-Boss auf eine dermaßen gemein Art gedemütigt haben, dass es kaum zu beschreiben und deshalb niederzuschreiben ist. Ich bin eben einfach zu weich.
Gareth, Freddie-Krüger-Verschnitt, Endkampf in einer Geistermühle: Die gefangene Geweihte ist angekettet und Freddie beschwört zwei Skelette zu Hilfe. Meine Spieler setzten erstmal Fernkampfswaffen von Draußen ein (echt fair, da hätte man die Geisel ja schon mal abmurksen müssen, aber warum soll ich es mir mit Hesinde verderben?). Der Magier klettert auf die Mühle, um von oben - gefahrlos - zu zaubern. Die drei übrigen setzten zum Sturm an. Meine Freddie-Face hatte einen fiesen Meucheldolch, den habe ich erstmal (20, nicht bestätigt) patzerisch fallengelassen. Der Magier holt ihn sich mit einem Motoricus. seine Fingerfertigkeitsprobe patzt Freddie auch. Jetzt steht er also waffenlos da! Mensch Finn, nüscht anderes als Reserve! Seine Skelette helfen nicht wirklich, also bekommt er noch zwei dazu. Die drei Spieler hauen und stechen. Der Magier holt sich jetzt mit einem zweiten Zauber den Hut meines Bösewichts! Da steht er also, waffenlos und ohne Hut. Als nächstes bekommt er dann noch Steine auf den Kopf geworfen. Wahnsinn, in der Mühle war einfach nichts mehr zum kämpfen. Was macht man dann mit so einem Bösewicht? Trotz Eigenschaden habe ich beschlossen ihn mit bloßen Fäusten kämpfen zu lassen, was sollte er sonst tun. Die Schweine! Sie haben Freddie getötet!
Nach meiner gelungen Runde machte ich mich frohen Mutes auf zum Highlight der Veranstaltung: Tommy Krappweis. Wirklich super, ein riesen Lob an die Orga, das war richtig lustig. Der Autor hat ein Kinderbuch mit germanischen Mythen geschrieben, aus dem er lesen sollte. Wie ich mir schon gedacht hatte, nutzte er die Sache aber für eine One-Men-Show und erzählte vom Fernsehen, Bernd das Brot und viel über germanische Sagen. Erst als Tobias S-G ihn bat, doch wenigstens eine Seite vorlesen, setzte er an und beendete die Veranstaltung mit einer kurzen Leseprobe. Wirklich genial.
Gut gelaunt kümmerten sich alle um den Abbau während die Gäste so gegen 18.00 peu a peu das Gelände verließen. Entspannt wurde die Con mit einer improvisierten Grillfete abgeschlossen und gegen 21:00 machte ich mich auf den Heimweg.
Mein Fazit fällt daher durchweg positiv aus. Eine äußerst gelungene Veranstaltung. Kleine Orgaunstimmigkeiten konnten mit einer neuen Mannschaft nicht vermieden werden, ich fände es super, wenn ihr den BC20 ausrichten würdet. Und eben dies macht Ihr ja wohl, ich freue mich!


