von Matthias Mensing

Bereits im vierten Jahr ist das Projekt Odyssee mit einem ca. 320 qm Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten. Dazu gehört neben dem eigentlichen Stand von etwa 30 qm auch eine 17x17m große Spielfläche, auf der eifrig Rollenspiele gezockt werden können. Wie auch schon in den letzten drei Jahren wurden wir dabei vom Spielraum LE unterstützt.

Dieses Jahr krankte alles etwas unter der leicht verringerten Anzahl der Autoren vom PrO und der SL vom Spielraum LE. Trotzdem haben wir wieder durchweg Programm geliefert. Als Systeme waren diesmal Prost (Ingo und zwei Leute, plus Zeichner), Avarion (Dirk), Thyria (Tom und am Sonntag noch seine Frau, Andrea und Lutz), Lars (Sturm) und erstmals QER (Thomas) anwesend. Zwischendurch hatte noch mal kurz einer der Autoren von Drei und Tatjana als Besucher einen Blick auf den Stand geworfen. Als Orga und Helfer waren Malte und Tom Wassmann und meine Wenigkeit vor Ort. Mittwoch ging es los mit dem Standaufbau. Mittlerweile gibt es hier soviel Routine, dass das ganze innerhalb von etwa einer Stunde erledigt war. Noch ein paar Stühlerücker, um die 15 Tische richtig zu positionieren und die Sache war gegessen. Derweil ist der Spielraum LE gekommen und wir haben gemeinsam aufgebaut. Am Abend gab es das traditionelle Aufbautreffen, wo neben unsereins etliche Spielraum LE-Leute und auch der bereits eingetroffene Autor Dirk Feldermann anwesend waren.

Donnerstag war der erste Messetag. Wir hatten eine Schulklasse und für einen Donnerstag unerwartet viel Publikumsverkehr. So nebenbei wurden die bekannten Mitaussteller von Amigo, Feder und Schwert, FanPro, Manticor und Moewig Verlag begrüßt. Diesmal war erstmals auch der Zauberfederverlag (Larp-Zeit) dabei. Hier hat sich der rückwärtige Teil unseres Standes, den wir allen Rollenspielausstellern als kleines Café zur Verfügung stellen, wieder voll bezahlt gemacht. Ein sehr guter Ort, um miteinander im Gespräch zu bleiben. Freitag blieb der Publikumsverkehr entsprechend hoch. Zudem hatten wir wieder eine Schulklasse. In den vergangenen Jahren hatten wir insgesamt etwa 5 bis 6 Schulklassen an den ersten beiden Tagen und wir mussten jedes Mal etlichen absagen, weil die Plätze bereits belegt waren. Diesmal ist eine neue Sachbearbeiterin für den Rollenspiel, Manga und Comic-Bereich zuständig. Vielleicht ist dies ein Grund, warum die Nachfrage so gering war.

Samstag war der Stresstag schlechthin. Zum einen haben die potentiell meisten Besucher Zeit für einen Messebesuch und es ist neben Sonntag einer der Tage der Cosplaywettbewerbe. Alle SL hatten von der Öffnung der Hallen um 10:00 Uhr bis zum Schluss (18:00 Uhr) alle Hände voll zu tun. Leider waren wir neben der Bühne positioniert, wo die Preise verliehen wurden und berühmte Manga- und Animeezeichner ihre Auftritte hatten. Begleitet wurde dies durch eine Hallenlautstärke übertönende Musikanlage, die mit radebrechenden deutschen Rap-Eigenkompositionen gefüttert wurde. Wie dem auch sei, RSP ging nur mit entsprechender Lautstärke oder Zeichensprache, was nebenbei hin und wieder erstaunlich gut funktionierte. Am Abend hatten wir unseren Social Event. Neben FanPro, dem Zauberfederverlag und Feder und Schwert war auch Manticor und Dirk Remmecke (Wasabi Records, Nexus-Mitglied und ehem. Orga von H-Spielt) mit anwesend. Gegen 23:00 Uhr war ich dann ziemlich K.O. wieder im Bett. Sonntag war fast lässiges Auslaufen. In den vorangegangen Jahren gab es nur samstags eine Cosplaywettbewerb, dieses Jahr leider auch am Sonntag.

Allerdings waren wir alle mittlerweile so angematscht, dass die Lautstärke ignoriert wurde. Zwischenzeitlich hatte ich noch ein kurzes Einknicken, wo freundlicherweise Malte die Wache am Stand gehalten hat. Immerhin hatte der Sonntag noch ein kleines Highlight. Thyria Tom hatte für die Messe sein neues Machwerk mitgebracht (DIN A4 Ordner mit Holzrücken und gelben und schwarzen Einband, ca. 200 Seiten sehr gutes Papier, alles sehr Edel). Aufgeschlagen lag das Inhaltsverzeichnis mit den Charakterbögen, hier heißen sie Heldenbögen. Kurz vor Ende der Messe stoppten vier Trapper bei mir und sagten, sie würden gerne die Heldenbögen sehen.

Während ich die Seite raussuchte, meinten sie, sie wären von einem Bogenschiessverein und würden daher gerne die Bögen sehen. So wie sie rüberkamen, glaubte ich ihnen jedes Wort. Ich habe ihnen dann freundlich einen Thyriaflyer gegeben, mit den Worten, das ich die Bögen im Augenblick nicht finden könne. Der Autor würde aber jede Frage gerne beantworten. Naja, wie dem auch sei. Abbau ging in etwa einer Stunde, ich hielt noch meine motivierende Abschlussrede und alles löste sich relativ fix auf. Gegen 23:00 Uhr war ich dann wieder in Berlin zu Hause.

Fazit: Was Nexus als Verein angeht, habe ich wieder einmal gesehen, wie wichtig es ist, den Kontakt zu professionellen Anbietern zu halten. Man schafft so eine Vertrauensbasis bei den wichtigen Ansprechpartnern für Spenden, Events oder andere Hilfestellungen, die einen vollkommen unbekannten Verein fehlen. Was das PrO angeht, so hat Prost eine wirklich beachtliche Entwicklung gemacht. Es sind pro Tag mehrere Spieler gekommen, die es zum Teil bereits zu Hause hatten oder explizit nach bestimmten Neuheiten suchten und diese dann auch gekauft haben. Ich persönlich finde es sehr befriedigend, das eine so positive Entwicklung durch das Engagement der Autoren, aber auch der PrOler herbeigeführt werden kann. Man ist also bei konstanter Präsenz fähig etwas im Rollenspielbereich zu bewegen.